Seit meinem Auslandsaufenthalt im September 2010 habe ich Kanada kennen- und lieben gelernt. Im Oktober 2013 durfte ich die Provinz New Brunswick erneut bereisen und habe meine Gastfamilie wieder besucht.

New Brunswick ist eine der drei Atlantikprovinzen und offiziell die einzige zweisprachige Provinz Kanadas, in der Englisch sowie auch Französisch die Amtssprache ist.

Die Landschaft dieser Region ist geprägt durch Täler, Flüsse, große Seen und natürlich ausgedehnte Wälder. Zu meinem Glück habe ich die Provinz im Indian Summer bereist. In dieser Zeit des Spätherbsts sind die Tage ungewöhnlich warm und trocken. Ein strahlend blauer Himmel sowie die intensive Verfärbung der Blätter tragen zu einer wunderbaren Jahreszeit bei.

Die Provinz kann durch die Flughäfen Saint John, Moncton, Fredericton und Bathurst mit einem Zwischenstopp in Toronto oder Montreal angeflogen werden. Somit bietet sich der Indian Summer als ideale Jahreszeit an, um die Atlantikprovinzen mit einem Stop-Over über Toronto zu bereisen.

Nach meiner Ankunft nachts am Flughafen in Saint John, bin ich mit meinen Gasteltern in Richtung Fredericton gefahren. Die erste Nacht durfte ich direkt in einem Wohnwagen an einem wunderschönen See verbringen. Bei Tageslicht sah ich allerdings erst die wirkliche Schönheit dieser Region. Ein kleiner Campingplatz zwischen tausenden, buntgefärbten Bäumen, einem See mit Sandstrand, bestem Wetter und natürlich eine Fahrt im Motorboot haben bereits meinen ersten Tag zu einem besonderen Erlebnis gemacht. Kleine einsame Inseln mit kleinen Stränden, welche nur mit Booten erreichbar sind, sowie die sogenannten Cottages (Ferienhäuser) fügen sich wunderbar in die malerische Landschaft ein.

An den folgenden Tagen habe ich besonders Fredericton, eine kleine Stadt mit über 50000 Einwohnern kennengelernt. Die Hauptstadt der Provinz bietet wunderbare Parkanlagen, einige schön angelegte Golfplätze, einige Galerien und Museen sowie eine schönes Stadtzentrum direkt am Saint John River.

Ein Ausflug zum Museumsdorf Kings Landing durfte natürlich nicht fehlen. Bei einem Besuch erfahren Sie viel darüber, wie die Menschen ab dem 18. Jahrhundert in der Region von New Brunswick gelebt haben. Alle Häuser sind noch in Ihrem Originalzustand und wurden lediglich von Ihren eigentlichen Standorten nach Kings Landing transportiert.

Ein weiteres Highlight für mich war der Ausflug nach St. Andrews. Nach einem kurzen Besuch im Huntsman Marine Science Center ging die Fahrt weiter zu der Halbinsel Ministers Island. Die Insel liegt in der Bay of Fundy und ist somit auch beeinflusst durch den größten Tidenhub der ganzen Welt. Zweimal am Tag wechselt hier der Wasserspiegel von 0 auf bis zu 21 Metereines der beeindruckendsten Naturschauspiele der Welt. Die Bay of Fundy bietet ebenso optimale Bedingungen für Whale Watching und ist dafür weltweit sehr berühmt. Nach einem Barbecue mit kanadischem Lachs, typischen Burgern und Hot Dogs ging Fahrt weiter in Richtung amerikanische Grenze. Da die Stadt nur einige Kilometer vom US-Bundesstaat Maine entfernt ist, durfte ein kleiner Abstecher natürlich auch nicht fehlen.

Das kanadische Thanksgiving mit der ganzen Familie habe ich mir natürlich auch nicht entgehen lassen. Nach einem riesigen Truthahn und allerlei Beilagen ging die Fahrt wieder nach Hause.

An dem vorletzten Tag ging die Fahrt zurück nach Saint John, von wo der Rückflug startete. Die größte Stadt der Provinz mit ca. 70000 Einwohnern bietet Einiges. Auch diese Stadt liegt an der Bay of Fundy und ist Kreuzfahrthafen für viele amerikanische Kreuzfahrtschiffe. Eine tolle Markthalle mit Erzeugnissen aus der Region sowie einige tolle Aussichtspunkte über der Stadt bei wunderschönem Wetter, haben mir einen tollen letzten Urlaubstag beschert. Berühmt ist die Stadt für die so genannten Reversing Fall Rapids. Wenn die Flut durch den Tidenhub die Stadt erreicht, werden Stromschnellen erzeugt, die wirklich beeindruckend sind. Hier werden auch Speedboot-Fahrten angeboten.

Julia SchmidtchenOktober 2013